Energyminer: Mit Strom aus dem Fluss zum KfW-Landessieg
Die Energyminer GmbH aus Gröbenzell ist bayerischer Landessieger beim KfW Award Gründen 2026. Ihr schwimmendes Strömungskraftwerk „Energyfish“ erzeugt Strom ohne Staumauer. Am 4. November tritt das junge Unternehmen in Berlin im Bundesfinale gegen die weiteren 15 Landessieger an.
Erneuerbare Energie braucht auch Unternehmen, die bislang wenig genutzte Möglichkeiten erschließen. Energyminer setzt auf die Bewegungsenergie frei fließender Flüsse. Der etwa drei Meter lange „Energyfish“ wird nach Unternehmensangaben an einem Stahlseil verankert und kann bereits ab einem Meter Wassertiefe eingesetzt werden. Mehrere Einheiten bilden gemeinsam ein Schwarmkraftwerk.
Von der Erfindung zum Geschäftsmodell
Energyminer entwickelt nicht nur die Anlagen, sondern übernimmt auch Planung, Genehmigung, Installation und Netzanschluss. Dieser umfassende Ansatz kann potenziellen Betreibern den Zugang zur Technik erleichtern. Für ein größeres Schwarmkraftwerk in St. Goar am Rhein hat das Unternehmen bereits eine Genehmigung bekannt gegeben. energyminer.eu
Die Anlagen sollen wartungsarm, fisch- und wassersportverträglich sowie auf 20 Jahre Nutzung ausgelegt sein. Diese Herstellerangaben müssen sich unter den jeweiligen Einsatzbedingungen bewähren. Auch „wetterunabhängig“ bedeutet keine gleichbleibende Stromproduktion: Die Technik benötigt weder Sonne noch Wind, bleibt aber von Wasserstand und Strömung abhängig.
Für die Wirtschaftlichkeit zählen deshalb belastbare Jahreserträge sowie die Kosten für Anschaffung, Installation, Netzanschluss und Betrieb. Hierzu enthält die vorliegende Pressemitteilung keine konkreten Zahlen. Ebenso lassen sich Genehmigungen nicht ohne Weiteres auf andere Standorte übertragen.
Auszeichnung schafft Aufmerksamkeit
Mit dem KfW Award Gründen werden junge Unternehmen gewürdigt, die innovative Ideen in tragfähige Geschäftsmodelle übersetzen. Der Landessieg verschafft Energyminer zusätzliche Sichtbarkeit bei möglichen Kunden, Projektpartnern und Kapitalgebern.
Aus mittelständischer Sicht ist die Verbindung von technischer Entwicklung und praktischer Umsetzung besonders interessant. Denn eine Erfindung wird erst dann zum Geschäft, wenn sie zuverlässig funktioniert und sich für ihre Betreiber rechnet.

