Parasiten im Kopf

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Karikatur

Parolen brauchen keine Argumente. Sie müssen nur oft genug wiederholt werden, bis sie sich im Denken festsetzen. Die MJ-Karikatur zeigt Alice Weidel und Tino Chrupalla als politische Gedankenwürmer – gespeist von einer Propagandamethode, die Donald Trump perfektioniert hat.

Die Sommerinterviews der beiden AfD-Vorsitzenden lieferten das Anschauungsmaterial: große Zahlen ohne Zusammenhang, einfache Feindbilder statt politischer Lösungen und gefühlte Wahrheiten anstelle überprüfbarer Tatsachen. Der extreme Sommer wird zum „ganz normalen Sommer“, aus komplizierten Aufenthaltsrechten werden angeblich Hunderttausende, die man nur abschieben müsse, und der Austritt aus Euro und Schengen erscheint als harmlose Befreiung Deutschlands.

Das ist nicht bloß Gedankenlosigkeit. Es ist eine politische Methode. Eine Parole dringt schneller in den Kopf als ein Argument, weil sie nicht verstanden werden muss. Sie dockt an Angst, Ärger und Kränkung an, wiederholt sich und verdrängt allmählich die Wirklichkeit.

Die Karikatur bezeichnet deshalb nicht Menschen als Parasiten. Die Parasiten sind die Parolen. Weidel und Chrupalla tragen sie in die Köpfe; Trump liefert das internationale Vorbild. Die schwarz-weiß-rote Kulisse erinnert daran, dass politische Bewegungen schon früher wussten, wie man durch Wiederholung, Feindbilder und emotionale Überwältigung den Verstand umgeht.

Wer das Denken umgehen will, braucht keine überzeugenden Argumente. Er braucht nur Parolen, die im Kopf bleiben.

Zur Analyse: Wie man sich mit Parolen dem Gehirn des Volkes nähert