Freie Berufe fordern mehr Sichtbarkeit – Strategieklausur des BFB in Berlin
Mit über sechs Millionen Beschäftigten sind die Freien Berufe ein Rückgrat der deutschen Wirtschaft – nun wollen sie in der Politik deutlicher gehört werden.
Mit über sechs Millionen Beschäftigten sind die Freien Berufe ein Rückgrat der deutschen Wirtschaft – nun wollen sie in der Politik deutlicher gehört werden.
Ob „Make America Great Again“ in den USA oder „Deutschland, Deutschland über alles“ in der deutschen Geschichte – beide Slogans mobilisieren nationale Emotionen, beschwören ein idealisiertes Bild der Vergangenheit und grenzen sich bewusst von „den anderen“ ab. Heute steht in Deutschland die AfD für eine ähnliche politische Tonlage – mit wachsender Radikalisierung und zunehmender Überwachung durch den Verfassungsschutz.
Die wirtschaftliche Union Europas ist weit fortgeschritten – die soziale nicht. Während Kapital, Güter und Arbeitskräfte längst grenzenlos zirkulieren, sind soziale Rechte und Leistungen nach wie vor national geregelt. Doch immer mehr Stimmen fordern: Europa braucht eine soziale Union – mit gemeinsamen Standards, Schutzmechanismen und Finanzierungslösungen.
Deutschland hat kein Ausgabenproblem, sondern ein Strukturproblem. Trotz enormer Sozialausgaben bleibt der Staat oft wirkungsschwach. Die vorangegangenen Teile unserer Serie haben gezeigt, dass andere europäische Länder effizientere und bürgerfreundlichere Modelle etabliert haben. Was kann Deutschland konkret daraus lernen?
Die skandinavischen Länder gelten international als Modellbeispiele für sozialen Ausgleich und Vertrauen in den Staat. Schweden, Dänemark und Norwegen haben Systeme geschaffen, die auf Gleichheit, Inklusion und Effizienz setzen – bei gleichzeitig hohen Abgaben.
Frankreich gilt als das Land mit den höchsten Sozialausgaben Europas: Rund 32 % des Bruttoinlandsprodukts fließen jährlich in soziale Sicherung – mehr als in jedem anderen EU-Mitgliedstaat. Kritiker monieren Ineffizienz und hohe Belastung, Befürworter loben die klare soziale Zielsetzung und das robuste Netz gegen Armut.
Österreichs Sozialsystem gilt vielen Experten als vorbildlich: klar strukturiert, effizient organisiert und in zentralen Bereichen digitalisiert. Dabei ist das Leistungsniveau hoch – bei vergleichsweise geringerer Bürokratie als in Deutschland. Grund genug, genauer hinzusehen.
Deutschland sieht sich gern als Vorreiter im sozialen Schutz. Doch hinter der Fassade eines historisch gewachsenen Systems offenbart sich eine zusehends schwerfällige Struktur. Wer heute Sozialleistungen beantragen oder verwalten muss, erlebt mehr Misstrauen als Unterstützung – und ein System, das nicht mit der Zeit geht. Ein Mammutsystem mit hoher finanzieller Belastung
Von der sozialen Sicherung zur sozialen Verantwortung: Europa versteht sich traditionell als Hort solidarischer Gesellschaften. Doch unter dem Druck von Globalisierung, Migration, Demografie und Digitalisierung geraten auch bewährte Strukturen ins Wanken. Der Blick über die Landesgrenzen wird zur Notwendigkeit – auch für Deutschland, das sich gerne als Vorbild präsentiert.
Deutschland Sorgenland Europas? Vier von fünf Deutschen blicken mit Sorge auf ihre finanzielle Zukunft – deutlich mehr als vor einem Jahr. Das zeigt die neue CRIF-Studie „Banking on Banks“ 2025. In keinem der untersuchten Länder ist die Unsicherheit so hoch wie hierzulande: Deutschland steht mit 80 Prozent an der Spitze der europäischen Sorgenstatistik. Zum Vergleich: In Frankreich sind es 72 %, in Italien 66 %., 28 % der Deutschen erwarten konkret eine Verschlechterung ihrer Lebensverhältnisse. Besonders betroffen: die Altersgruppe der 35- bis 54-Jährigen, bei denen der Wert sogar bei 35 % liegt.