Das Netzwerk von Peter Thiel – Macht, Geld und Ideologie
Peter Thiel, PayPal-Mitgründer, erster Facebook-Investor und Milliardär aus dem Silicon Valley, agiert weitgehend im Hintergrund – aber mit enormem Einfluss. Sein Netzwerk verbindet Technologiekonzerne, libertäre Ideologie, politische Macht und autoritäres Denken. Wer ist dieser Mann, der Donald Trump unterstützt, Carl Schmitt zitiert und jungen Eliten eine postdemokratische Welt schmackhaft macht?
Der Vordenker im Schatten
Thiel ist kein Lautsprecher. Er gibt selten Interviews, doch seine Bücher, Investments und Förderprogramme erzählen eine klare Geschichte: Er glaubt nicht an die liberale Demokratie als zukunftsfähiges Modell. In einem Essay schrieb er 2009: „Ich glaube nicht, dass Freiheit und Demokratie vereinbar sind.“ Sein Ziel scheint eine technokratisch gelenkte Ordnung, in der Wirtschaftseliten die Richtung vorgeben – jenseits von Wahlen, Umverteilung oder öffentlicher Kontrolle.
Politische Einflussnahme: Trump, Vance und Co.
Spätestens mit seiner Rede auf dem republikanischen Parteitag 2016 wurde Thiel politisch sichtbar. Er finanzierte Donald Trumps Wahlkampf und investierte später Millionen in Kandidaten wie J.D. Vance (Autor von Hillbilly Elegy, heute Vizepräsidentschaftskandidat) und Blake Masters (Thiels früherer Mitarbeiter). Beide stehen für einen autoritär gefärbten, wirtschaftslibertären Nationalismus.
Thiel finanziert diese Politiker über sogenannte Super-PACs und persönliche Netzwerke. Ziel ist ein Staat, der sich auf Sicherheit, Grenzschutz und unternehmerische Freiheit beschränkt – aber Demokratie, Sozialstaat und internationale Zusammenarbeit zurückdrängt.
Technologie als Werkzeug der Kontrolle
Thiel ist nicht nur Investor – er ist Architekt digitaler Machtzentren. Mit Unternehmen wie Palantir (Datenanalyse für Geheimdienste), Anduril (militärische KI-Lösungen) und Founders Fund (Risikokapitalgeber) verknüpft er Technologie mit nationaler Sicherheitslogik. Dabei entstehen neue Strukturen jenseits demokratischer Kontrolle, mit direktem Zugang zu Regierungsbehörden.
Ideologischer Unterbau: Libertarismus trifft Autoritarismus
Thiel fördert Ideen, die sich klar gegen Aufklärung, Gleichheit und demokratische Teilhabe stellen. Er bezieht sich auf Denker wie Leo Strauss und Carl Schmitt – letzterer war Staatsrechtler im Dritten Reich und berüchtigt für seine Theorie vom „Souverän als Ausnahmezustand“. Thiel übernimmt Schmitts Grundidee: Politische Macht braucht keine Legitimation, sondern Entscheidungskraft.
Das Thiel-Netzwerk: Junge Eliten für eine neue Weltordnung
Mit dem Thiel Fellowship bietet er jungen Talenten Geld, wenn sie die Universität verlassen und eigene Start-ups gründen. So entsteht eine ideologisch geprägte Unternehmerklasse, die statt auf Teilhabe auf Disruption setzt. Viele dieser Fellows vertreten anti-demokratische und markt-radikale Positionen.
Was bedeutet das für Europa – und den Mittelstand?
Peter Thiel zeigt, wie sich Kapital, Technologie und Politik verbinden können, um demokratische Prozesse zu unterwandern. Für den deutschen Mittelstand, der auf Rechtsstaat, Stabilität und soziale Marktwirtschaft baut, ist das eine gefährliche Entwicklung. Sie bedroht die Grundlagen eines offenen, fairen Wirtschaftssystems – und damit die pluralistische Demokratie insgesamt.
Autor: Redaktion Mittelstandsjournal

