BITMi-Jahresprognose 2026: IT-Mittelstand trotzt der Wirtschaftslage – und sieht Bürokratie als größte Bremse

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Digitalisierung / IT-Mittelstand

Der IT-Mittelstand bleibt zu Jahresbeginn 2026 erstaunlich robust: 56 Prozent der befragten Unternehmen erwarten Umsatzwachstum im eigenen Haus – zugleich blickt die Branche insgesamt deutlich verhaltener nach vorn. Hauptgründe: die gesamtwirtschaftliche Lage, Bürokratie und Regulierung. Künstliche Intelligenz bleibt der prägende Trend.

Robust im eigenen Geschäft – verhaltene Sicht auf die Gesamtbranche

Der Bundesverband IT-Mittelstand (BITMi) sieht den mittelständisch geprägten Digitalsektor zum Jahresstart 2026 in einer widersprüchlichen, aber aussagekräftigen Lage: Während eine knappe Mehrheit der befragten IT-Mittelständler im eigenen Unternehmen mit Wachstum rechnet (56 Prozent), erwartet zugleich ein großer Teil für die deutsche Digitalbranche insgesamt Stagnation oder sogar eine Verschlechterung.
Als Hauptursache nennen 77 Prozent der Unternehmen die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage. Mehr als die Hälfte verweist außerdem auf gesetzliche Regulierungen und Bürokratie (55 Prozent). Knapp die Hälfte sieht eine unzureichende Priorisierung der Digitalisierung (48 Prozent) sowie der digitalen Souveränität (45 Prozent) als zentrale Hemmnisse.

Bei den Forderungen an die Bundesregierung liegt der Schwerpunkt klar auf Entlastung und Umsetzung: Mit deutlicher Mehrheit nennen die Befragten den Abbau von Bürokratie und Berichtspflichten (68 Prozent) als vordringlichste Aufgabe. Es folgen Verwaltungsdigitalisierung (57 Prozent) und der Ausbau der digitalen Infrastruktur (53 Prozent).

Knapp die Hälfte spricht sich zudem für stärkere Förderung von Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz und Quantencomputing sowie für steuerliche Entlastungen aus (jeweils 46 Prozent). Cybersicherheit (35 Prozent) und eine Reform des Vergaberechts (34 Prozent) werden ebenfalls häufig genannt. :content

Trendverschiebung: Fachkräftemangel verliert Gewicht – digitale Souveränität gewinnt

Bemerkenswert ist die Verschiebung der „Top-Hürden“: Der Fachkräftemangel, über Jahre dominantes Thema, verliert in der aktuellen Umfrage weiter an Bedeutung. Gleichzeitig gewinnt die mangelnde Priorisierung digitaler Souveränität deutlich an Gewicht – ein Signal, dass viele Unternehmen politische Zusagen zwar hören, deren Umsetzung aber skeptisch beurteilen.

Der BITMi versteht sich als Interessenvertretung des IT-Mittelstands und verweist auf eine breite Mitgliederbasis mittelständischer IT-Unternehmen in Deutschland – entsprechend ist die Perspektive klar auf praxisnahe Rahmenbedingungen und Umsetzungstempo gerichtet.

KI bleibt Top-Thema 2026 – mit Fokus auf Nutzen und Sicherheit

Als prägendsten Digitaltrend für 2026 nennen die Befragten erneut Künstliche Intelligenz. In der Praxis rücken dabei vor allem „agentische“ KI-Ansätze, KI in der Cybersecurity (und im Kontext von Cyberkriminalität) sowie die Frage nach einem wirksamen und wirtschaftlich sinnvollen KI-Einsatz in den Vordergrund. 

Einordnung für den Mittelstand

Für mittelständische Anwenderunternehmen ist die Botschaft doppelt relevant: Erstens bleibt der IT-Mittelstand als Partner offenbar stabil – trotz schwacher Konjunktur. Zweitens zeigen die Umfragewerte, wo Projekte häufig hängen bleiben: weniger an Technologie, stärker an Rahmenbedingungen (Bürokratie, Regulierung), Vergabepraxis und Umsetzungstempo in der Verwaltung.

Quelle: Bundesverband IT-Mittelstand e. V. (BITMi),
Jahresprognose 2026, Pressemitteilung vom 5. Januar 2026.