Mittelstand 2025:
Vom Getriebenen zum Gestalter
Transformation, Nachfolge und M&A: Die vierte Mittelstandsstudie des Bundesverbands Mergers & Acquisitions (BMA) zeigt: Der deutsche Mittelstand positioniert sich zunehmend als aktiver Treiber des Wandels – nicht mehr als reaktiver Akteur.
Strategischer Kurswechsel: Neue Rolle des Mittelstands
Im Rahmen der Veranstaltung Shift & Change am 17. Juli 2025 präsentierte der Bundesverband M&A e.V. gemeinsam mit der Stadtsparkasse Düsseldorf und unter wissenschaftlicher Begleitung von Prof. Dr. Florian Bauer (University of Bristol) die vierte Auflage seiner Mittelstandsstudie. Das Fazit: Der Mittelstand denkt langfristiger, agiert aktiver und nutzt Instrumente wie M&A gezielt zur strategischen Weiterentwicklung.
Zentrale Erkenntnisse der Mittelstandsstudie 2025
- M&A als strategisches Werkzeug: Über 80 % der befragten Unternehmen haben in den letzten fünf Jahren mindestens eine Akquisition getätigt – häufig zur Erschließung neuer Märkte, zum Know-how-Erwerb oder zur Übernahme von Partnernetzwerken.
- Transformation auf zwei Ebenen: Unternehmen verfolgen gleichzeitig Exploitation-Strategien (Effizienz, Qualität, Kosten) und Exploration-Strategien (Innovation, neue Märkte, Technologien).
- Nachfolge als blinder Fleck: Nur 22 % der Unternehmen verfügen über einen klaren Nachfolgeplan. Die Mehrheit hat das Thema noch nicht strategisch verankert – trotz zunehmendem Handlungsdruck.
- Finanzierung konservativ: Hoher Eigenkapitalanteil, Zurückhaltung bei Mezzanine-Kapital und Verkäuferdarlehen – ein Hinweis auf risikobewusstes Handeln.
- Herausforderungen in der Integration: Trotz agilerer Integrationsansätze bleibt der wahrgenommene „Transaktionserfolg“ auf Vorjahresniveau – ein Indikator für strukturelle Hürden im Post-Merger-Management.
- Komplexes Umfeld: Steigende Energiekosten, Zollpolitik und Regulatorik setzen den Unternehmen zu. Gleichzeitig nimmt die Volatilität von Umsätzen und Gewinnen weiter zu.
Studienautoren: „Nachfolge ist Teil der Transformation“
„Transformation, Nachfolge und Neuausrichtung sind heute zentrale Managementaufgaben. Unsere Studie zeigt, dass der Mittelstand bereit ist, Verantwortung für diesen Wandel zu übernehmen“, so Prof. Bauer. Auch BMA-Vorstand Jan Pörschmann unterstreicht: „Nachfolge ist kein Einzelereignis mehr – sondern ein integraler Bestandteil strategischer Neuausrichtung.“
Fazit: Wer gestaltet, sichert die Zukunft
Die Mittelstandsstudie 2025 liefert ein deutliches Signal: Der deutsche Mittelstand hat den Modus des Reagierens hinter sich gelassen und nimmt die Rolle des aktiven Gestalters ein. Wer Nachfolge, M&A und Transformation strategisch verknüpft, stellt die Weichen für Resilienz und Zukunftsfähigkeit.
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