CRAHOI – Der Kranhaken wird digital:

Automatisierung und Effizienz auf der Baustelle

hatGPT-ImageRIFD

Stetten/Wien, Juli 2025– Die Digiustelletalisierung der Bauwirtschaft schreitet voran. Mit dem Projekt CRAHOI setzt die PORR AG ein technologisches Ausrufezeichen: Ein intelligenter Kranhaken soll Transportvorgänge auf der Baustelle automatisch erkennen, dokumentieren und optimieren. Die Technologie ist zukunftsweisend – auch für mittelständische Bauunternehmen.

Digitalisierung als strategischer Hebel für die Bauwirtschaft

In einer Branche, die bislang stark durch analoge Prozesse geprägt war, bringt CRAHOI einen paradigmatischen Wandel. Ziel ist ein papierloser, vollständig digital vernetzter Bauprozess – von der Vorfertigung über die Logistik bis zur Dokumentation. Die Grundlage dafür: Sensortechnologie, RFID-Tags und eine intelligente Softwareplattform.

CRAHOI steht für Crane Hook Identification – ein System zur Erkennung und Nachverfolgung von Materialtransporten mittels digital ausgestatteter Kranhaken. Die Innovation wurde von der PORR AG gemeinsam mit Technologiepartnern entwickelt und wird derzeit auf ausgewählten Baustellen – etwa dem LeopoldQuartier in Wien – getestet.

So funktioniert CRAHOI: Vom Haken zur digitalen Schnittstelle

Bauteile werden bereits in der Vorfertigung mit passiven RFID-Tags ausgestattet. Diese Tags enthalten keine eigene Energiequelle und sind deshalb kostengünstig und wartungsfrei. Beim Anheben durch den Kran erkennt ein Sensor im Haken den Tag und übermittelt die Information an eine zentrale Plattform – vollständig automatisch.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Effizienzsteigerung durch automatische Zuordnung und Dokumentation von Lasten
  • Reduktion von Leerlaufzeiten durch optimierte Materialflüsse
  • Transparenz für Bauleitung, Planung und Logistik
  • Rechtssicherheit durch lückenlose, digitale Dokumentation der Baustellenlogistik
  • Erhöhte Sicherheit durch präzise Materialverfolgung – auch bei verdeckten oder verschmutzten Tags

Einbindung in bestehende digitale Systeme

CRAHOI ist keine Insellösung. Die Integration in die digitale Gesamtarchitektur erfolgt über eine Anbindung an BIM-Modelle (Building Information Modeling) sowie eine zentrale Baustellenlogistik-Plattform. Das ermöglicht eine durchgängige, digitale Steuerung der Prozesse vom digitalen Plan bis zur realen Umsetzung auf der Baustelle.

Darüber hinaus kommt Machine Learning zum Einsatz: Das System soll lernen, Lasten anhand ihrer Bewegungsmuster und Erkennungsdaten zunehmend präziser zu identifizieren und zuzuordnen – ein echter Fortschritt in der Echtzeit-Datenverarbeitung auf dem Bau.

Relevanz für den Mittelstand

Auch wenn CRAHOI zunächst auf Großbaustellen zum Einsatz kommt, ist das Potenzial für mittelständische Unternehmen enorm. Viele KMU im Hochbau oder Fertigteilbau stehen vor ähnlichen Herausforderungen: zunehmender Fachkräftemangel, hohe Dokumentationspflichten, Zeitdruck und Sicherheitsanforderungen.

Digitale Tools wie CRAHOI ermöglichen es, mit weniger Personal mehr Übersicht und Effizienz zu erreichen – vorausgesetzt, die digitale Infrastruktur ist vorhanden. Gerade Betriebe mit standardisierten Prozessen und hohem Vorfertigungsanteil profitieren vom Konzept. CRAHOI könnte für sie ein Türöffner zu automatisierter Baustellenlogistik sein.

Ausblick: Vom Pilotprojekt zur Branchenlösung?

Das Innovationsprojekt CRAHOI zeigt exemplarisch, wie technologische Entwicklung in der Bauwirtschaft direkt aus der Praxis heraus entstehen kann. Mit dem Ansatz „Von der Baustelle für die Baustelle“ vermeidet die PORR AG Insellösungen und entwickelt integrative Systeme, die den gesamten Bauprozess effizienter machen sollen.

Ob CRAHOI zum Standard wird, hängt nicht nur vom technologischen Reifegrad, sondern auch von der Bereitschaft der Branche ab, sich auf Digitalisierung einzulassen. Wenn CRAHOI skaliert und in bestehende Systeme eingebettet wird, kann es einen echten Wettbewerbsvorteil darstellen – auch für mittelständische Bauunternehmen.